Das Geheimnis auf dem Atlantik – die Azoren

Hortensien Sao Miguel Azoren

Das Geheimnis auf dem Atlantik
– die Azoren

Der Sommer und der heißbegehrte und langerwartete Sommerurlaub rücken immer näher. Wahrscheinlich haben die meisten von euch, ihren Urlaubsort schon gefunden und den Urlaub gebucht. Falls ihr noch ratlos seid und nicht wisst oder euch nicht entscheiden könnt, wohin es gehen soll – habe ich den ultimativen Tipp für euch – nämlich die Azoren!

Mitten im Atlantik liegen sie, die neun Inseln, die nicht unterschiedlich hätten sein können. Manche mit saftig grüner Natur, die Andere rau und steinig. Doch sie haben alle etwas gemeinsam: Sie zeigen wie wundervoll unsere Welt geschaffen ist.

Das Klima auf den Azoren ist über das ganze Jahr konstant zwischen 15 – 25 Grad warm. Kleine Schauer sind dennoch nicht von Seltenheit. Mal ist die eine Hälfte der Insel sonnig und auf der anderen regnet es. Die beste Reisezeit geht von März bis in den November. Quasi das ganze Jahr!

Das Wunderbarste womit die Azoren bei mir so gepunktet haben, war die geringe Anzahl an Touristen, haha. Ich hasse Touristenströme und typische Touristenläden, überall will man einen ab zocken. Nicht so auf den Azoren. Touristen und Einheimische halten sich die Waage. Auf der Hauptinsel São Miguel tummeln sich am meisten Reisende. Auf den anderen Inseln, ist man fast alleine unterwegs.

Sao Miguel Azoren

Sao Miguel Azoren

 

Unsere Reise auf die Azoren

Tom und ich reisten im September letzten Jahres für zehn Tage auf die Azoren. Über Lissabon flogen wir nach Ponta Delgada, die Hauptstadt der Insel São Miguel. Von Deutschland sind es ca. 3,5 – 4 Flugstunden zu den Azoren. Wir wollten unbedingt mehrere Inseln besuchen. Die Vielfalt kennenlernen. Die Entscheidung viel schwer, aber dann auf die Hauptinsel São Miguel, Pico und Faial. Alle dieser Inseln haben einen kleinen Flughafen. So kann man entweder mit dem Flieger (SATA Airlines Azores) oder mit der Fähre Insel-Hopping betreiben. In diesem Beitrag möchte ich euch einzelnd etwas zu den drei Insel erzählen und was man auf diesen so erleben kann. Es war für uns einer der schönsten Urlaube und wir fliegen definitiv nochmal hin.

 

Tipps und Lieblingsorte auf São Miguel

Da São Miguel die größte Insel der Azoren ist, gibt es hier auch am meisten zu entdecken.  Am besten Teil man die Insel zum Entdecken, in Nord, Ost, Süd und West auf. Es gibt eine Strasse, die einen komplett um die Insel führt. Doch auf Querfeld ein macht es Spaß zu fahren. Google Maps ist hier dann oft überfordert. Wir hatten quasi nur drei volle Tage auf der Insel und konnten somit nicht alles besichtigen und erkunden, was wir vorhatten. Am besten sollte man noch ein paar Tage mehr einplanen.

Unser erster Ausflugsort war der Lagoa das Sete Cidades (Deutsch: See der sieben Städte). Die meisten Seen auf der Insel sind aus Kratern entstanden, so auch dieser. Der Lagoa besteht aus zwei verschiedenen Seen, einem grünen und einem blauen. Auf dem blauen See kann man ein Runde Schwimmen und Boot fahren. Vom Kraterrand hat man einen unglaublichen Ausblick auf die beiden Seen und die grüne Natur. Überall blühen die Hortensien. Wunderschön. Zur Stärkung empfehle ich das Teehaus “O Poejo” im Ort Sete Cidades. Ein ruhigeres und entspannenderes Teehaus habe ich noch nie besucht. Im Hinterhof hat man auch die Möglichkeit draußen zu sitzen und der Natur zu lauschen. Das Teehaus bietet leckeren hausgemachten Kuchen an, wie z.B. mit Ananas. Dazu viele Sorten von Tee und Kaffee.

Sete Cidades Sao Miguel Azoren

Sete Cidades Sao Miguel Azoren

Schwimmen und Baden in der Natur

Der Atlantik ist nicht unbedingt für seine warmen Gewässer bekannt. Doch in Ponte da Ferraria kann man in einem naturgeformten Swimmingpool baden. Der Piscina Natural da Ponta da Ferraria befindet sich am westlichen Rand der Insel. Hier mischt sich das kalte Meerwasser mit dem heißen Wasser des Vulkansteins. So kann man im Wasser ewig verweilen. Zum Trocknen setzt man sich dann auf den Vulkanstein, aber Vorsicht, der kann ganz schön warm werden!

Piscina Natural da Ponta da Ferraria Sao Miguel Azoren

Auch in anderen Teilen der Insel kann man in natürlich warmen Wässern baden. Zwischen Ribeira Grande und dem Lagoa do Fogo findet man die Caldeira Velha (heißt so viel wie “Alter Kessel”). Sie befindet sich in einem geschützten Naturpark. Für einen kleinen Eintritt kann man im warmen eisenhaltigen Wasser der Caldeira Velha baden. Das eisenhaltige Wasser gelangt über einen Wasserfall in ein kleineres, künstlich angelegtes Badebecken. Es wird von heissen Quellen erwärmt, so dass man das ganze Jahr über im Freien unter Bäumen warm baden kann.

Caldeira Velha Sao Miguel Azoren

Wer jetzt noch nicht genug von warmem Gewässern und wunderschöner Natur hat, der muss einen Abstecher in den Parque Terra Nostra (Deutsch: Park unserer Erde) machen. Der Park an sich ist ein Botanischer Garten, im Städtchen Furnas. Er liegt  im Osten von São Miguel. Die Parkanlage bietet eine große Sammlung verschiedener (auch tropischer) Blumen, Pflanzen und Bäumen, so wie drei thermale Badestelle. Eines dieser Wasserbecken hat eine braun/gelbe Färbung, diese kommt von dem hohen Eisengehalt des Wasser. Das Wasser ist natürlich 38 °C warm. Man fühlt sich wie in einer großen Badewanne zu Hause. Daneben gibt es zwei kleine Grotten auch mit warmen Wasser, doch mit weniger Eisengehalt. Die Becken sind so entspannend, dass man hier gar nicht mehr weg möchte. Der Park ist wahrscheinlich mein absoluter Lieblingsort der Insel. Ein warmes Bad in der Natur, was kann es Schöneres geben?!

Gelber Swimmingpool im Terra Nostra Park, Azoren

Terra Nostra Park Furnas Sao Miguel Azoren

Terra Nostra Furnas Sao Miguel Azoren

Besonderheiten auf São Miguel

Strände, gibt es die auch auf São Miguel? Na klar! Das Besondere: Durch den Vulkanstein haben die Strände meist schwarzen Sand. Herausheben möchte ich für euch den Strand Praia da Lagoa do Fogo. Hier mischen sich die Touristen mit den Einheimischen. Ein toller langer schwarzer Strand mit feinem Sand, der durch die Felsen drumherum, gut vom Wind geschützt ist. Hier lässt es sich’s aushalten!

São Miguel beherbergt ein unerwartetes Geheimnis: Hier befindet sich die einzige Teeplantage Europas. Im Norden der Insel liegt die Plantage von “Chá Gorreana”. Chá bedeutet Tee auf Portugiesisch. Schon seit dem 19. Jahrhundert gibt es die Plantage und sie ist weiterhin in Familienbesitz. Alle Teeliebhaber sollten der Plantage einen Besuch abstatten und den leckeren Grün- oder Schwarztee probieren, denn er kommt ganz ohne Fungizide, Pestizide oder Herbizide aus.

Die Azoreaner sind ihrer Insel und der Natur ganz nah. Sie kochen sogar mit ihr. Eintöpfe im Schwefelbad. Das hört sich merkwürdig an? Kann schon sein. Azoreaner nennen das ganze Cozido (heißt so viel wie “gekocht”). Der Eintopf besteht aus verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, Kohl, Karotten und Kartoffeln. Dieser kocht normalerweise 6-7 Stunden (ggf. auch länger) im heißen Schwefelloch am Furnassee. Es ist das berühmteste Gericht auf den Azoren. Mir hat es weniger geschmeckt, dass es durch die lange Kochzeit, doch sehr trocken ist. Also Geschmackssache.

Lagoa das Furnas Schwefelbad Sao Miguel Azoren

Cozido Sao Miguel Azoren

 

Vulkaninsel und gleichzeitig der größte Berg Portugals – das ist Pico

Witzig, das der eigentlich größte Berg in Portugal, Meilen weit vom portugiesischen Festland entfernt ist. Nichtsdestotrotz ist Pico die zweitgrößte Insel der Azoren und die vulkanischste und raueste von ihnen. Dramatische Landschaften aus Lavaformationen dominieren die Landschaft. Das Blau des Ozeans und das Weiß der schäumenden Wellen sogar für den Kontrast. Man stellt schnell feststellen, dass man sich in einer anderen Art von Paradies befinden, als z.B. das des  Grünen von São Miguel. Was ebenfalls schnell auffällt, ist das Pico genau wegen zwei Dingen bekannt ist, der Berg Pico und dem Weinanbau.

Ich muss zugeben, viel haben wir auch Pico nicht gemacht. Wir haben viel Zeit in unserer Airbnb-Unterkunft verbracht. Nach den anstrengenden Erkundungen auf São Miguel, wollten wir in unserem Whirlpool und in der Hängematte faulenzen. Aber zum Pico sind wir auch hochgefahren. Tom und ich sind beides keine Bergsteiger oder erfahrene Wanderer, ich noch weniger haha. Aus diesem Grund, und wegen der Wetterlage haben wir den Pico nicht beklommen. Dennoch würde ich es sportlich aktiven Leuten empfehlen. Der Weg hinauf zum Pico ist nicht gepflastert oder markiert. An manchen Stellen muss man wirklich “klettern”. Doch die Aussicht soll einmalig sein. In den kälteren Monaten liegt hier sogar Schnee.

Der Wein wird auf Pico etwas anders angebaut, als man das aus Deutschland oder anderen Weinanbauländern kennt. Es sind keine Weinreben. Die Weinfelder (Zonas de Adegas) sind mit Lavasteinen von einander getrennt und wachsen selbstständig vom Boden hoch an der Mauer entlang. Fast überall rund um Pico finden man sie. Die salzige Luft der See gibt dem Wein die besondere Note. Was hat mir an Pico so gefallen? Ich würde sagen das Raue dieser Insel.

Montanha Pico Azoren

Weinanbau Pico Azoren

Blick auf Faial von Pico Azoren

 

Die blaue Insel Faial

Von Faial haben wir nicht viel erwartet. Doch die Insel hat uns überrascht und wurde zu einem unserer Lieblinge. Die blaue Insel wird sie gerne genannt, auf Grund ihrer vielen blauen Hortensienblüten. Im Gegensatz zu Pico, scheint Faial in einem kräftigen und saftigen Grün. Faial bietet auch die meisten natürlichen Badestellen von den drei Inseln an, die wir besucht haben. Wir schliefen in einem Glamping Park im Bananenwald. Der Besitzer stammt gebürtig aus Faial und konnte uns damit jede Menge Insiderwissen mitgeben.

Mittig von Faial befindet sich die Caldeira (Deutsch: Kessel). Ein riesengroßer Krater. Der Krater geht 400 Meter senkrecht in die Tiefe. Ziemlich beeindruckend, wenn man am Rand in die Tiefe schaut. Für Kletter- und Wanderbegeisterte empfehle ich den 8 Kilometer langen Rundweg um den Krater. Wichtig: Geht gegen den Uhrzeiger! Ansonsten müsst ihr schon anfangs den steilen Weg hinauf. Das Wetter über den Krater ist sehr wechselhaft. Die eine Seite kann sonnig sein und auf der anderen Seite strömt es wie aus Kübeln. Das war auch bei uns der Fall, so waren wir nach der Wanderung pitschnass. Aber es hat unheimlich Spaß gemacht.

Caldeira Faial Azoren

Tom und ich Caldeira Faial Azoren

Caldeira Faial Azoren

Fährt man weiter gen Westen von Faial, so erreicht man den jüngsten Vulkan der Insel: Capelinhos. Der Vulkan ist das letzte Mal in den 50er Jahren ausgebrochen und hinterließ eine sagenhafte Aschelandschaft. Man könnte glatt denken, man wäre auf dem Mond gelandet. So unglaublich hat die Natur diesen Teil der Insel geformt. Der alte Leuchtturm wurde unter der Asche begraben. Der neue Leuchtturm ist für einen Aufstieg zu instabil, der Untergrund würde wahrscheinlich irgendwann nachgeben, wenn er täglich von zahlreichen Menschen besucht wird. Nichtsdestotrotz ist dieser Platz ein einmaliges Schauspiel.

Capelinhos Faial Azoren

Capelinhos Faial Azoren

 

Noch mehr Eindrücke von den Azoren

Hortensienblüte Sao Miguel Azoren

Sao Miguel Azoren

Sao Miguel Azoren

Sao Miguel Azoren

Sao Miguel Azoren

Hortensien Sao Miguel Azoren

Ausblick Sao Miguel Azoren

Weinanbau auf den Azoren Pico

 

Madalena Pico Azoren

Schwarzer Strand auf Pico Azoren

Caldeira Faial Azoren

Caldeira Faial Azoren

Caldeira Faial Azoren

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